Bioethanol and Biobased Chemicals from Biomass


Nachhaltige Produktion von biobasierten Chemikalien


Biobasierte Chemikalien sind chemische Grundstoffe und Substanzen, die in sogenannten Bioraffinerien mit Hilfe von biologischen Prozessen hergestellt werden. Eine Bioraffinerie ist ein biotechnologischer Prozess für die biochemische Umwandlung von nachwachsenden Rohstoffen zu Chemikalien, Werkstoffen sowie Brenn- und Kraftstoffen (siehe Artikel "
Zucker statt Erdöl").

 
In einer Bioraffinerie wird Biomasse durch biochemische Konversion (z.B. Fermentation, Biokatalyse) mit ange-schlossener Aufbereitung zu Grund- und Fein-chemikalien, Pharmaka, Biopolymeren und Kunst-stoffen verarbeitet. Aktuell erfährt dieser zukunftsträchtige Zweig für industrielle Produktionsprozesse unter dem Begriff "Weiße Biotechnologie" einen enormen Schub. So werden biotechnologische Verfahren bereits seit einige Jahren eingesetzt, um Kraftstoffe (z.B. Biodiesel, Ethanol), Grundchemikalien (wie z.B. Propandiol) und organische Säuren (z.B. Zitronensäure, Milchsäure) herzustellen. Auch einige Vitamine und Aminosäuren (z.B. L-Gluta-minsäure) werden mit Hilfe von Pilzen und Bakterien großtechnisch produziert. Nach einer Marktstudie von Festel betrug 2001 der Anteil biotechnologisch hergestellter Chemikalien mit 30 Milliarden US-$ 2,5 % des Gesamtmarktes. Bis 2010 wird ein Anstieg auf ca. 20 % (310 Milliarden US-$ bei einem Gesamtumsatz von 1 600 Milliarden US-$) erwartet. Besonders attraktiv fällt die Wachstumsprognose bei den durch hohe Wertschöpfung charakterisierten Feinchemikalien aus: Von heute 16 % auf 60 % im Jahr 2010, vor allem für enantiomerenreine Pharmawirkstoffe. Auch Biowerkstoffen, die vor allem in der Kunststoff-herstellenden und -verarbeitenden Industrie verwendet werden, wird eine profitable Zukunft prognostiziert. Die Kunststoffindustrie in Deutschland wies 2003 einen Umsatz von mehr als 65 Milliarden Euro auf.
 

Eine genauere Definition und Einschätzung der Weißen Biotechnologie finden Sie hier: